Dienstag 12 Dezember 2017

Thalfinger Jugendfrische siegt über Kemptner Erfahrung

„Spiel des Jahres“ titelten die großen Tageszeitungen. Von einem Jahrhundertspiel war sogar teilweise die Rede. Sie wissen gar nicht, wovon ich spreche? Sie haben das Gefühl, etwas Bedeutendes verpasst zu haben? Das haben Sie auch, denn am 7.10. trat zum ersten Mal eine Mannschaft auf, die in Thalfingen bisher noch nicht in Erscheinung getreten ist: Die Atlético Bavarios Thalfingen, eine Hobbykickertruppe aus den Reihen der KjG, die sich in ihrem Premierespiel mit der Mannschaft der befreundeten KjG aus St. Franziskus in Kempten im 9 gegen 9 auf dem Normalfeld messen wollte.

Die Vorbereitungen dafür zogen sich über mehrere Wochen hin: Es galt zunächst, einen Namen und ein Wappen zu finden. Zudem wurde ein Sponsor gesucht, welcher letzten Endes in einer überregional bekannten Brauerei gefunden wurde, die die Mannschaft mit einem Startkapital von fünf Bierkästen unterstützte. Zudem erklärte sich der Trainerfuchs Sven Schneider bereit, die sportliche Leitung über die Jungs voller Tatendrang zu übernehmen.

Nach mehreren Trainingseinheiten und erfolgreichem Abschluss der Vorbereitung konnte der große Tag nun endlich kommen. Medienberichten zufolge soll der Cheftrainer Schneider sogar in einer Taktikbesprechung die Parole „Ergebnis vor Erlebnis“ ausgegeben haben. Die Marschrichtung für die Thalfinger Seite war also bereits vor der Partie klar vorgezeichnet: vor heimischer Kulisse musste ein Sieg her!

Und so begann die Begegnung mit einem Paukenschlag: Bereits in der 2. Minute wurde L. Brosch auf der linken Seite freigespielt und konnte sich im Strafraum den Ball auf seinen starken rechten Fuß legen. Durch einen technisch herausragenden Schlenzer, an dem der gegnerischer Torwart noch mit den Fingerspitzen dran war, den Einschlag im langen Eck aber nicht mehr verhindern konnte, ließ er die Thalfinger Fans am Spielfeldrand zum ersten Mal jubeln. Ein Wahnsinns-Tor!

In der Folgezeit ließen die Thalfinger mehrere Gelegenheiten liegen, die Führung schnell auszubauen. Das brachte S. Schneider fast zur Verzweiflung: „Wenn ich vorne die Tore nicht mach, bekomm ich sie eben hinten. Das hab ich meinen Spielern schon hundert Mal gesagt! Wir haben uns das Leben unnötig selbst schwer gemacht.“ resümierte ein sichtlich erschöpfter Cheftrainer nach dem Spiel.

Lange Steilpässe in den freien Raum stellten die Thalfinger Verteidigung immer wieder vor veritable Probleme. Durch eben diese Spielweise fiel auch das 1:1 in der 17. Minute: Die lange Spieleröffnung aus der Kemptner Verteidigung heraus konnte nicht verhindert werden, eine Unaufmerksamkeit in der Thalfinger Abwehr führte dann zur ersten und einzigen Riesen-Chance für die Gäste, die durch ihre einzige Spitze genutzt wurde, um den zwischenzeitlichen Ausgleich zu erzielen. „Wir konnten die taktischen Maßgaben des Trainers nicht immer zu 100% umsetzen. Unsere Leichtsinnigkeit wurde bei dem Gegentreffer konsequent bestraft“, konstatierte M. Frank selbstkritisch nach der Partie bei SKY.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte die Heimmannschaft wieder den Druck. Infolge einer scharfen Hereingabe über die starke linke Thalfinger Seite verpassten zunächst L. Hüls und L. Brosch den Ball, jedoch konnte die Nachwuchshoffnung F. Pokar das Spielgerät aus kurzer Distanz mit einer Grätsche über die Linie drücken und damit für erneute Jubelstürme auf der Tribüne sorgen. Auf die Frage in der Mixed Zone, wie sehr er sich über seinen ersten Treffer bei „den Großen“ freue, strich er sich gekonnt durchs Haupthaar und reagierte mannschaftsdienlich: „Wichtig ist, dass wir als Team gewonnen haben. Ich bin froh, dass der Trainer heute auf mich vertraut hat und ich einen Beitrag zum Erfolg leisten konnte.“

In der Folgezeit verflachte die Partie etwas, wenngleich sie nichts an ihrer Spannung und Brisanz verlor. Erlösung brachte schließlich ein sehenswertes Solo von F. Gulde kurz vor Schluss, der die Kemptner Hintermannschaft überlief, dabei allerdings etwas nach außen abdriftete, den Ball dann aber mit einem Heber über den herauseilenden Kemptner Schlussmann ins Tor befördern und so den Endstand von 3:1 besorgen konnte. Unmittelbar nach Abpfiff kannte dann der Jubel und die Euphorie keine Grenzen mehr!

Bedanken möchten wir uns bei unseren Fans, die bis zum Schluss für eine phänomenale Stimmung gesorgt und uns zu jeder Zeit bedingungslos unterstützt haben. Danken möchten wir auch dem SVT für die Bereitstellung der Trikots und des Platzes. Ein kameradschaftlicher Dank geht auch an unsere Kemptner Freunde, die uns ein ordentliches Stück Arbeit gekostet haben und später für eine gemeinsame Party in die KjG-Räume mitgekommen sind. Für das Rückspiel erwarten wir dann aber Gegner, keine Opfer…

Bleibt die Frage nach dem Schicksal von Cheftrainer Schneider. Auf die Frage hin, ob nach der Glanzleistung gegen Kempten andere Vereine bereits Interesse an einem Engagement angemeldet hätten, antworte er ruhig und diplomatisch in die Mikrofone: „Wir sind in einem Lernprozess. Ich habe bei den Atléticos einen Vertrag bis 2021. Und den werde ich erfüllen.“

Es spielten: C. Hüls – O. Rammensee; F. Gulde; M. Frank – F. Pokar; C. Maier; L. Hüls; L. Brosch – F. Maier (Auswechselspieler: L. Teufel; M. Bolz; M. Prokein)

Von Stars und Sternchen – das KjG-Zeltlager als große Filmfestspiele

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Mal Hand aufs Herz: wer kann sich eines der zahlreichen KjG-Mitglieder als professionellen Schauspieler oder Filmstar vorstellen? Ich jedenfalls nicht. Wobei es genau genommen „konnte“ heißen muss, denn im Laufe dieses Zeltlagers bin ich eines Besseren belehrt worden. Sie glauben mir nicht? Dann nehme ich Sie für ein paar Minuten mit nach Little Hollywood, hinein in das Universum der unendlichen Möglichkeiten und in das Theater der Träume, in dem Wünsche sogar manchmal in Erfüllung gehen…

Sie müssen wissen, dass nicht jeder dieses Phantasma betreten durfte. Eintrittskarte für die Traumwelt war ein schwarzes Bändchen am Arm, das den 40 Kindern bereits bei ihrer Ankunft im Lager angelegt wurde und das viele noch heute mit kaum übersehbarem Stolz tragen. Verließ man den Eingangsbereich und folgte dem ausgerollten roten Teppich in das Interieur hinein, stieß man unweigerlich auf diejenige Konstruktion, die vielleicht für das größte Erstaunen unter den Stars von morgen gesorgt hat: Die 25 Leiter hatten in den zwei Tagen, die sie vor den Kindern bereits in Rettenbach am Auerberg waren, eine riesige Bühne in das Theater der Träume gezimmert, die sich in den kommenden Tagen zu einem Mittelpunkt des gesellschaftlichen Little Hollywoods entwickeln sollte. Dort sollten die Kinder auch ihre – bei den meisten zumindest – angeborene Scheu vor Auftritten in größerem Rahmen vor großem Publikum überwinden lernen, was ihnen die Leiter mit ihrem bewusst peinlich gehaltenen Begrüßungstanz vormachten.

Wie wird man überhaupt zum Star? Dieser Frage mussten sich die Kinder auch im begeistert aufgenommenen Tagesspiel stellen. Heuer ging es darum, beginnend vom C-Promi, auf der Karriereleiter aufzusteigen und im besten Fall sogar einen Stern auf der berühmten Walk of Fame zu erlangen. Wie in der Realität auch wurde hier ein streng getakteter Terminplan von den PR-Managern vorgegeben, bei dem möglichst viele Punkte durch bestimmte Spiele wie Wer wird Millionär? oder Dschungelcamp zu sammeln waren, um sich in den jeweiligen Kategorien hochzuarbeiten. Dabei beschränkte sich die Aktivität der Nachwuchs-Promis nicht nur in der Erfüllung bestimmter Aufgaben. Sie umfasste unter anderem auch die Möglichkeit, Stiftungen und Vereine zu gründen, die den gesammelten Punkten eine andere Wertigkeit verliehen. Des Weiteren konnten die Kinder bei bestimmten Ereignissen auch wieder eine Kategorie abstürzen und mussten sich demnach erneut hocharbeiten. So war für alle Teilnehmer Spannung bis zur letzten Minute garantiert. Die stolzen Sieger des Tagesspiels durften schlussendlich tatsächlich auf einem Stern unterschreiben, der nunmehr für alle sichtbar in der KjG aushängt.

Durch ein gutes Spielergebnis bestärkt war es dann für die kleinen Parvenüs ein Leichtes, den bunten Abend mit Aufführungen spielend auf der Bühne im Theater der Träume zu verbringen. Die in der Einleitung bereits abgeklungene Verwunderung über die Vielseitigkeit und Spontaneität der jungen Schauspieler, die diese gekonnt mit Witz und darstellerischen Fähigkeiten zu paaren vermochten, hält bei den meisten Leitern bis heute an – damit konnte keiner rechnen. Doch unterstreicht dies wiederum, dass der Fantasie in unserer Traumwelt keine Grenzen gesetzt werden sollen…

Dass jeder seine eigene Rolle in seinem Leben zu spielen hat, betonte auch Pater Ulrich im Zeltlager-Gottesdienst und erdete auf diese Weise wieder ein wenig die hochfliegenden Träume der jungen Himmelsstürmer. Wie beim Jugendgottesdienst im Mai auch eröffnete PU den Teilnehmer im Rahmen der Fürbitten wieder die Möglichkeit, ihre individuellen Sorgen, Ängste und Nöte vor Gott zu bringen, indem ein Weihrauchkorn auf glühende Kohlen gelegt wurde und der entstehende Rauch wie die stillen Gebete in die unendliche Weite des Alls entweichen konnte. Danke an PU für diesen erneut ergreifenden Gottesdienst!

Parallel zu den Oscar-Verleihungen möchte ich am Ende im Namen der Leiterschaft auch kurz die „Credits“ aufführen und mich bei allen bedanken, die zum Gelingen des Zeltlagers maßgeblich beigetragen haben. Ein großer Dank geht dabei zunächst an die Leiter selbst, die in den drei Phasen der Vorbereitung, der Durchführung und der Nachbereitung des Zeltlagers viel Zeit, Geduld und Mühe investiert haben, um den Kindern eine möglichst kurzweilige und abwechslungsreiche Zeit bieten zu können. Ferner bedanken wir uns bei Herrn Martin Kussinger für die Anlieferung des Holzes, bei Herrn Thomas Müller für sein Tor am… nein, für die abermalige Bereitstellung des Sprinters und bei der Firma Creatissimo für die Paletten/Kartonagen. Ein letzter Dank gilt euch Kindern, ohne die ein Zeltlager schon begrifflich nicht vorstellbar ist und die uns wieder einmal viele unfassbar schöne Momente und Erinnerungen in unserer Traumwelt „Zeltlager“ geschenkt haben!

Ich hoffe, der kleine Rundgang durch das Theater der Träume hat sich für Sie gelohnt. Jedenfalls dürfte er bei einigen Eltern geklärt haben, warum ihr Kind mit einem riesigen Jetlag nach Hause gekommen ist. Hier haben Sie nun die Lösung – Ihr Kind ist in Little Hollywood ein Star geworden!

Für die Leitungsrunde,

Felix M.

 

Von Familienfeiern und FIFA-Partien – eine Wasserstandsmeldung von der KjG in der Osterzeit

 

Während Mutter Kirche ihr größtes Fest im Jahreskreis begeht und ein Ereignis feiert, das nach Paulus „den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit“ ist, wird der aufmerksame Leser sicherlich mittelbar die Frage aufwerfen, wie der kirchliche Nachwuchs diese Freudentage verbrachte. Sind die Festwochen mit ihrem Marathon an Gottesdiensten und Veranstaltungen vergleichbar mit jenen öden Nachmittagen, als die Eltern einen verdonnert hatten, auf den 85. Geburtstag von Tante Erika zu gehen, wo man unter gespielter Anständigkeit sehnsüchtig auf eine Gelegenheit wartete, die ultra-spaßige Familienfeier möglichst frühzeitig zu verlassen, um dem kleinen Cousin bei einer Runde FIFA an der Konsole eine überzubraten? Mitnichten. Die letzten zwei Wochen sind ein paar Zeilen wert – wir sollten ihnen ein paar abschließende Gedanken widmen, die wie letztes Mal den schmalen Pfad strengen Berichtens verlassen. Auch will ich vorweg nehmen, dass folgende Überlegungen auf die ansonsten stark ausgeprägte Emotionalität vergangener Berichte verzichten wollen. Der in seiner Erwartungshaltung bereits hier enttäuschte Leser möge das verzeihen.

Wer sich die Aktivitäten der KjG in der Osterzeit genauer ansieht, wird feststellen, dass sie regelmäßig zu Uhrzeiten stattfinden, die normalerweise auf der biologischen Uhr junger Heranwachsender nur dunkel und schemenhaft aus der Schulzeit bekannt sind: Umso mehr freut es uns, als wir mitten in den Ferien 20 Kinder und 10 Leiter an der Frühschicht zu Karfreitag begrüßen durften – und das um 7:30 Uhr! Wie immer ging es zunächst darum, die anstehenden Kartage meditativ einzuleiten. Beim Brainstorming zum Thema Kreuz zeigten sich die Teilnehmer erstaunlich kreativ und konnten u.a. am Beispiel des Simon von Cyrene für sich feststellen, dass es auch in ihrem Leben Leute gibt, die in der Stunde schwerster Not unterstützend eingreifen und einem nicht von der Seite weichen. Beim anschließenden Frühstück stand aber wieder ganz die Fröhlichkeit im Mittelpunkt, die für die Jungs sogar mit einem Fußballspiel auf der Straße gipfelte. Danke an alle Helfer und diejenigen, die sich zu dieser frühen Stunde aus dem Bett gekämpft haben!

Einen Tag später stand zudem das Ereignis an, das sicherlich eine Sonderstellung im Jahreszyklus der KjG einnimmt: Die Osterfeuerwache. Während sich vor allem die jüngere Generation seit Wochen auf diesen Tag freute und mit Einkäufen zudeckte, die einen studentischen Kühlschrank einen Monat lang füllen könnten, sahen „die Älteren“ in dieser Nacht viel eher die körperliche Herausforderung, bis zum Osternachtsgottesdienst und darüber hinaus wach zu bleiben. Eine besondere Überraschung bot an diesem Abend die Südwest Presse, die die anwesenden Pfarrleiter zu der Osterfeuerwache interviewte und anschließend ein Gruppenbild der 25 wackeren Kämpfer aufnahm, das sie in ihren Sesseln und Decken kauernd am Lagerfeuer zeigte. Besonders hier muss die Tapferkeit der Anwesenden erwähnt werden, denn das Wetter war mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und immer wieder einsetzendem Nieselregen den Harrenden nicht unbedingt freundlich gesonnen. Aber auch hier Respekt und Danke an alle, die dabei waren und sich zudem noch in die zweistündige Ostermesse geschleppt haben. Wer den SWP-Bericht lesen will, sei auf folgenden Link hingewiesen:

https://www.swp.de/ulm/lokales/kreis_neu_ulm/feuerwache-in-kalter-nacht-14812672.html

Abschließend möchten wir noch auf eine Veranstaltung aufmerksam machen, die wir in dieser Form zum ersten Mal am 20. Mai 2017 um 18:30 Uhr in der Kirche Christus unser Leben durchführen wollen: Geplant ist, den Samstagabendgottesdienst als Jugendgottesdienst zu feiern und dabei die besondere Atmosphäre des Zeltlagergottesdiensts von letztem Jahr in der Kirche neu aufleben zu lassen. Begleitet von Gitarrenklang und mehrstimmigen Gesang wollen wir Sie an unseren sehr emotionalen Erinnerungen aus dem Zeltlagergottesdienst so gut es geht teilhaben lassen. Kommen Sie vorbei, es lohnt sich absolut!

Die Ausführungen verdeutlichen, dass die KjG nicht nur aktiv das Osterfest der Kirche mitfeiert, sondern auch eigene Gestaltungsideen einbringen darf und einbringen wird. So wird aus dem berühmt-berüchtigten 85. Geburtstag auf einmal eine erstklassige Party. Die Einladung zum Jugendgottesdienst ist eine Aufforderung an Tante Erika, auch mal FIFA mit uns zu spielen! Wir lassen ihr auch eine Chance… ;)

Für die Leitungsrunde,

Felix M.

 

Oh du fröhliche … - Die KjG in der gnadenbringenden Weihnachtszeit

„Alle Jahre wieder“ – eine gern bemühte Floskel, die in der Vorschau auf die Weihnachtstage trotz oder gerade wegen ihrer augenscheinlich neutralen Formulierung sowohl mit positiven Erwartungen als auch mit negativen Befürchtungen aufgeladen wird. Drei Worte, die auf der einen Seite die Geburt des Erlösers verheißen, im Weihnachtstrubel andererseits aber auch im Familienkreis für asthenische Schnappatmung sorgen können, insbesondere wenn die Verwandtschaft schon mit einem Fuß in der Tür steht. Grund genug also näher zu erörtern, wie es der KjG als „zweiten Familie“ in dem soeben geschilderten weihnachtlichen Spannungsfeld erging. Uns erwartete um den Jahreswechsel herum eine wahre Programmfülle, bei der jede Menge Organisation im Vorfeld und Ausdauer im Rahmen der Durchführung gefragt waren, um einen reibungslosen Ablauf der jeweiligen Aktionen gewährleisten zu können. „Wir machen das gerne“ lautet dabei regelmäßig die bescheidene und zugleich herzerwärmende Antwort der hartgesottenen KjG´ler, die geschafft und erledigt, aber auch glücklich und zufrieden die vergangenen Wochen vor ihrem geistigen Auge Revue passieren lassen.

Sie werden verzeihen, wenn ich als Berichterstatter an bestimmten Stellen meine ansonsten eher neutrale Beobachterrolle aufgebe und ausnahmsweise aus der Perspektive der 1. Person den angenehmen Erfahrungen nachsinne, die mein – nein unser – Weihnachten so nachhaltig geprägt haben. Das hat weniger mit krankhaft gesteigerter egozentrischer Gesinnung zu tun, sondern ist dem Umstand geschuldet, dass ich der Auffassung anhänge, ein so betont emotionales Fest wie Weihnachten habe es nicht verdient, durch eine nüchterne Nacherzählung versachlicht zu werden. Jetzt im Einzelnen:

Traditionell eröffnet wurde der feierliche Reigen auch dieses Jahr mit der Waldweihnacht am 23.12., wo dem Aufruf „Ihr Kinderlein kommet“ die stolze Zahl von 27 Gruppenkindern gefolgt ist. Begleitet von einem guten Dutzend Leiter zog die ansehnliche Schar im hellen Schein der Fackeln über die leider noch nicht ganz so weihnachtlich anmutenden Felder des Jaucherts bis hin zu der Steinformation, die zwischen Böfingen und Thalfingen gelegen gemeinhin als Stonehenge bekannt ist. Nachdem sich dort alle an Punsch und Lebkuchen stärken, sowie halbwegs am Feuer wieder auftauen konnten, ging es zurück in den Laurentiussaal, wo auf die erschöpften Wanderer warme Wienerle als Belohnung warteten und die aus Kindersicht viel zu langen Adventszeit gemeinsam beendet wurde.

Besonders gefreut hat uns, dass wir einen großen Teil der Kinder und Leiter an der Weihnachtsfrühschicht am nächsten Morgen wieder gesehen haben, fällt doch die Entscheidung zwischen Bett und Frühschicht gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit oftmals zugunsten des ersteren aus. Andächtig lauschten die Teilnehmer zunächst den meditativen Worten, um im Anschluss daran individuelle, ganz persönliche Wünsche auf eine selbst gebastelte Kerze zu schreiben. Krönender Abschluss des Morgens bildete wie immer das gemeinsame Frühstück.

Für zahlreiche Leiter hielt der 24.12. zudem eine Premiere bereit: Nach der Christmette stand erstmals in der KjG eine Weihnachtshockete auf dem Programm. Still und heilig mag vielleicht das vermutlich bekannteste Weihnachtslied unseres Kulturkreises diese Nacht schildern, bei uns folgte sie eher dem „Jauchze laut Jerusalem“ aus Tochter Zion. Dennoch waren sich alle einig, dass diese neuartige Aktion auch in künftigen Jahren wiederholt werden muss, unter anderem um auch dem Umstand Rechnung zu tragen, dass beinahe alle „Auswärtigen“ über Weihnachten im Lande verweilen. Die gleichen Beweggründe sind auch für die alljährlich begangene Glühweinsession am 26. ausschlaggebend. Viele altgediente KjG´ler, die sich hauptsächlich im Förderverein der KjG Thalfingen e. V. organisieren und engagieren, nutzten auch heuer diese Gelegenheit, um sich mit Gleichgesinnten wenigstens einmal im Jahr persönlich zu treffen, die verbindenden Bande zur gemeinsamen Vergangenheit in der KjG zu pflegen und den Kontakt zu den nach wie vor dort Aktiven nicht abreißen zu lassen.

Gleich nach Jahreswechsel stand zudem die Sternsingeraktion vor der Tür, die insbesondere dieses Jahr von den Kindern, aber auch von deren Begleiter bei teils sibirischen Temperaturen und Schneestürmen körperlich alles abverlangte. Unter den geschilderten widrigen Bedingungen von Haus zu Haus zu ziehen, teilweise vergeblich anzuklopfen oder fortgeschickt zu werden, ohne zu resignieren, um so ein sichtbares Zeichen gegen Unterdrückung und Kinderarmut weltweit zu setzen, verdient allergrößten Respekt und Anerkennung! Teilweise waren sogar so viele Kinder bereit, den Segen Gottes in die Häuser der Menschen zu tragen, dass wir mit fünf Gruppen operieren konnten. Den materiellen Erlös von 5.200 Euro und den damit erzielten neuen Rekord in Thalfingen halte ich angesichts dieser Bereitschaft, aus Gründen der wohltätigen Nächstenliebe drei Tage lang Kälte und Schnee zu trotzen, für eine eher belanglose Randnotiz. Vielen Dank aber in diesem Zusammenhang nochmal an alle Spender, im Namen der Kinder zudem für die zahlreichen Süßigkeiten, die die Anstrengungen sicherlich auf ihre Art und Weise erträglicher gemacht haben!

Nach diesen Wochen würdige Abschlussworte zu finden, gestaltet sich als schwierig, da gerade auch vergangene Berichte aus der KjG an Superlativen nicht sparten. Mit kaum zu leugnender Rührung stellten wir aber wieder einmal fest, wie viel uns an unserer „zweiten Familie“ und den Kindern liegt: Vielleicht reicht der Blick in das strahlende Gesicht eines Kindes, das am Abend eines langen Sternsingertags mit einem ganzen Sack Süßigkeiten die Jugendräume verlässt, um zu wissen, dass wir Leiter einiges richtig machen, vielleicht ist es auch der Lärm und das Gewusel bei den gemeinsamen Mahlzeiten, die unverfälscht Zeugnis darüber ablegen, wie sehr die KjG vor Lebendigkeit strotzt und unsere Bemühungen, insbesondere organisatorischer Art, nicht im Sand verlaufen: Diese einfachen Dinge – und sei es bloß das laute Treiben – bekräftigen die Dynamik innerhalb unserer Gruppe, die ich für meinen Teil nicht missen will und auch nicht mehr missen kann. Die KjG ist viel mehr als nur ein Hobby; wenn wir ehrlich sind, ist sie bereits Teil unseres Selbstverständnisses geworden.

Die KjG Thalfingen kann also mit absolut positiven Erinnerungen auf eine ereignisreiche Weihnachtszeit zurückblicken. Wir danken den vielen Helfern und nochmals ganz besonders den Sternsingern, die durch ihre Schaffenskraft einen ganz individuellen Beitrag dazu geleistet haben, dass wir unser ambitioniertes Programm durchziehen konnten und nunmehr gewohnt selbstbewusst den zukünftigen Aufgaben entgegenblicken. Von Schnappatmung ist da jedenfalls keine Spur.

Voller Stolz, Teil dieser wunderbaren Truppe zu sein,

Felix M.